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Herzlich Willkommen in der Pfarrei St. Christophorus

Aktuelles aus St. Christophorus

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Profanierung von St. Josef in Leck

Bereits am 21.05.2015 fasste der Kirchenvorstand St. Gertrud in Niebüll einstimmig den Beschluss, den Bischof um die Profanierung der Kirche in Leck zu bitten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen und die Situation in Leck hat sich noch einmal drastisch verändert. Sowohl die Katholikenanzahl als auch die Gottesdienstbesucherzahl ist weiter rückläufig. Aufgrund des Erneuerungsprozesses im Pastoralen Raum Nordfriesland müssen wir uns auf bestimmte Orte konzentrieren. Trotzdem wollen wir alle unsere Mitchristen seelsorglich begleiten. Diesbezüglich gibt es Überlegungen, wieder monatlich in Niebüll einen Seniorennachmittag anzubieten, zu dem die Senioren aus Leck abgeholt werden.

Der Priesterrat hat in seiner Sitzung am 19. Juni 2020 auch die Profanierung beschlossen. Per Dekret hat nun Erzbischof Dr. Stefan Heße den Beschluss ratifiziert und Pfarrer Gouèn mit der Feier der Profanierung am 29. August beauftragt.

Genauso schmerzlich es ist, wenn wir von einem geliebten Menschen Abschied nehmen müssen, so schmerzlich ist es auch, von der Kirche St. Josef Abschied nehmen zu müssen. Denn diese Kirche ist uns ans Herz gewachsen. Viele können mit Recht sagen: Die St. Josefkirche ist ein Teil von uns geworden. Denn viele frohe und dankenswerte, aber auch schmerzliche und traurige Erfahrungen haben wir hier vor Gott gebracht. Die Schließung unseres katholischen Gotteshauses bedeutet einen Verlust für das gemeindliche und gesellschaftliche Leben in Leck. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass uns seit Jahren die Frage beschäftigt: Wie lange werden wir die Kirche noch halten können?

In Todesanzeigen ist oft zu lesen: „Wir wollen nicht trauern, dass wir sie verloren haben, sondern danken, dass wir sie gehabt haben.“ In diesem Sinn sollten wir beides jetzt tun: Unsere Trauer vor Gott tragen – und ebenso unseren Dank. Dank für all das viele Gute, was sich hier ereignet hat. Dank für all die Vielen, die sich hier eingesetzt haben. Dank für alle, die das Gemeindeleben in Leck über die Jahrzehnte geprägt haben.

Unsere Trauer und unseren Dank wollen wir im Rahmen eines Gottesdienstes am Samstag, dem 29. August 2020 um 16 Uhr in der Kirche St. Josef in Leck vor Gott bringen. Im Anschluss an die Eucharistiefeier ist Gelegenheit zur gemeinsamen Begegnung.

Mit der herzlichen Bitte, dass Sie Verständnis für die Entscheidung des Kirchenvorstandes aufbringen und Sie auch nach der Schließung der katholischen Kirche St. Josef in Leck unserer Gemeinde und vor allem der am 28. Februar 2021 neu errichteten Pfarrei St. Knud treu und gewogen bleiben,

verbleiben wir mit herzlichen Segenswünschen für Sie und unsere Gemeinde

Ihre

Germain Gouèn, Pfarrer
Dieter Lankes, Pastor
Claudia Mainka, Gemeindereferentin
Beate Garstka, PGR-Vorsitzende
Peter Wimmer, stellv. Vorsitzender KV

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Zur Geschichte der Pfarrei

Notizen zur Geschichte der Pfarrei
Im Jahre 948 gründete Erzbischof Adaldag von Hamburg und Bremen drei neue Bistümer im Norden. Seit dieser Zeit gibt es auf Sylt christliches Leben. Urkundlich erwähnt wird Sylt erstmals in einer Schenkungsurkunde des Königs Erichs III. von Dänemark an das Kloster Odense 1141. Die ältesten noch heute bestehenden Kirchen auf Sylt sind St. Martin in Morsum und St. Severin in Keitum. Diese ursprünglich romanischen Bauten sind im 12. Jahrhundert entstanden. Eine der größten Kirchen auf Sylt war St. Petri in Alt-Rantum, die angeblich 1436 untergegangen ist. Um 1240 finden wir erstmals eine Kirche in Westerland (Eidum) erwähnt, die vermutlich in der Marcellusflut 1362 untergegangen ist. Die Nachfolgebauten sind seitdem mehrfach neu errichtet worden. Nach dem Tod des letzten katholischen Bischofs von Schleswig, Gottschalck von Ahlefeldt, im Jahre 1541 hat sich auf Sylt endgültig die Reformation durchgesetzt.

Erst der Preußisch-Österreichische Krieg gegen Dänemark 1864 brachte einen kirchlichen Wandel mit sich. 1866 wurde in Flensburg eine erste katholische Kirche eingerichtet. In diese Zeit fallen auch die Anfänge der Badeseelsorge auf Sylt, das 1855 als Seebad gegründet worden ist. Der erste Katholik seit Jahrhunderten auf Sylt war der Steyrische Jäger Wenzel Wohner, der sich 1864 in eine Sylterin verliebte und sie 1867 heiratete.

Seit 1869 gab es in den Sommermonaten katholische Priester, sogenannte Strandpfarrer, die für die Betreuung katholischer Badegäste zuständig waren. Die Gottesdienste fanden zunächst in der angemieteten Dünenhalle, seit 1891 in der Halle des Warmbadehauses, dann in einem Nebengebäude der Pension Friesia (Strandstraße) statt. 1895 hatte die politische Gemeinde Westerland den Bau einer Kapelle für die katholischen Kurgäste beschlossen. Sie wurde dem Patronat des Heiligsten Herzens Jesu geweiht und konnte am 7. Juli 1896 benediziert werden.

40 Jahre hielten dort Strandpfarrer in den Sommermonaten Gottesdienst. Am 15. Januar 1937 erhielt die Inselgemeinde in Franz Augustin erstmals einen eigenen Pastor. Kurze Zeit später wurde die Insel Sylt zum selbständigen Seelsorgebezirk erhoben. Pastor Augustin wohnte in dem 1936 angekauften Pfarrhaus St. Ansgar (Paulstraße Nr. 6) und bekam im April des gleichen Jahres Unterstützung durch drei Missionsschwestern vom Herzen Jesu aus Hiltrup bei Münster, die bis 1952 aktiv in der Seelsorge tätig waren.

1939 wurde Pastor Augustin zusätzlich Marine-Standortpfarrer auf Sylt. Um ihn zu entlasten, wurde eine zweite Stelle für einen Kaplan eingerichtet, die bis 1972 bestehen blieb. In der Zeit des 2. Weltkrieges waren z. T. mehrere katholische Geistliche, als Militärseelsorger und Priestersoldaten auf Sylt tätig. Gottesdienste wurden zusätzlich in Hörnum, Rantum und List gehalten. Von 1929-1944 befand sich außerdem eine Ordens- Niederlassung der Ursulinen aus Breslau mit einer Hauskapelle im Haus von Linsingen in Keitum.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges gab es einen italienischen Geistlichen für die Betreuung der italienischen Arbeiter, einen englischen Herz-Jesu Missionar für die Betreuung der englischen Soldaten in List und zwei polnische Priester für die rund 6000 Polen auf Sylt. Zusätzlich wurde für die Ostvertriebenen und Flüchtlinge ein Pfarrer eingesetzt. Gottesdienste wurden nun auch in Dikjendeel, Klappholttal, Keitum, List, Kampen und Morsum gehalten. Am 28. Juni 1947 wurde, um alle Katholiken betreuen zu können, die Seelsorgeaußenstation in Rantum, später Hörnum eingerichtet. Der dort zeitweise tätige Benediktinerpater Cyprian Mayr gründete in Detmold das Säkularinstitut St. Bonifatius, das in Westerland ab 1948 zunächst das „Haus Nordmark“ als Kinderkurheim und heute noch die Zweigniederlassung „Haus St. Bonifatius“ unterhält.

Am 1. April 1953 wurde Sylt von der Muttergemeinde St. Marien in Flensburg getrennt und eine eigenständige Kirchengemeinde. Da die Herz-Jesu Kapelle längst zu klein geworden war, wurde 1955 an der Elisabethstraße der Grundstein für die erste Christophoruskirche gelegt, die am 4. November 1957 von Weihbischof Johannes von Rudloff, aus Hamburg, eingeweiht wurde. Die alte Kapelle wurde abgerissen. Als Filialkirche entstand 1962 St. Josef in Hörnum und 1975 die Kapelle „Stella Maris“ in Rantum, die bis 2008 bzw. 1999 bestanden. Seit dem 1. Februar 1974 ist „St. Christophorus auf Sylt“ eine selbständige Pfarrei.

1986/87 ist in List die Filialkirche St. Raphael erbaut worden, die seit dem 1. September 2008 von drei Steyler Missionarinnen betreut wird.

Die erste Christophoruskirche mußte aufgrund gravierender Baumängel 1997 abgerissen werden. An gleicher Stelle wurde die zweite Christophoruskirche errichtet, die am 30. April 2000 von Erzbischof Dr. Ludwig Averkamp aus Hamburg konsekriert worden ist.

2009 baute die Firma Jehmlich aus Dresden eine neue Orgel in die Kirche, die am 13. April vom Hamburger Erzbischof, Dr. Werner Thissen, geweiht worden ist.

2010 wurde eine Vereinbarung zwischen der Pfarrei und der Schutzstation Wattenmeer e.V. getroffen, ein gemeinsames Konzept für die Alte Josefskirche in Hörnum für deren Nutzung als Ausstellungszentrum unter dem Gesichtspunkt der Bewahrung der Schöpfung zu entwickeln.

Quellen: Peter Schmidt-Eppendorf: Chronik der kath. Kirche auf Sylt, 1966 (Manuskript); Peter Schmidt-Eppendorf: Sylt, Memoiren einer Insel, 1977; Dr. Walter Flachsenberg: Pfarrchronik 1973-89; Pfarrarchiv St. Christophorus Sylt.