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Herzlich willkommen in der Gemeinde Niebüll

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Das erste Patronatsfest

Liebe Schwestern und Brüder in unserer Pfarrei,

seit dem 10. Juli 1101 verehrt die Kirche den heiligen Knud. Er gilt als Patron Dänemarks. Sein Leben und Sterben inspirierte seine Nachfolger, mit der Christianisierung Nordfrieslands zu beginnen.

Deswegen hat Erzbischof Stefan ihn als Patron der katholischen Kirche in Nordfriesland und Stapelholm bestimmt. Anlässlich des ersten Patronatsfests darf ich mich heute an Sie wenden, die Gott bereits kennen und lieben sowie auch an alle, die auf der Suche nach ihm sind. 

St. Knud war ein frühmittelalterlicher König in einem Reich, das gerade anfing, ein Staat zu werden und die Wikingerzeit hinter sich zu lassen. Vor allem aber war er ein gottesfürchtiger und rechtschaffener Herrscher - und das, obwohl er von klein auf zum Krieg erzogen wurde. Der Reichsapfel, den er in der Hand hält (s. königliches Siegel), verdeutlicht, dass er sein Königtum als Dienst am Reich Gottes verstand. Er vertrat christliche Werte, als dies keinesfalls selbstverständlich war. Aus diesem Grund kann er noch heute ein Vorbild für alle Menschen sein, die Jesus folgen und den Glauben leben und weitergeben wollen.

St. Knud „empfand den Gottesdienst als Ermutigung und Hilfe auf dem Weg zum ewigen Leben"­obwohl alles in Latein war und er kaum etwas verstand. In dieser Zeit der Pandemie haben wir ebenfalls deutlich unsere Grenzen kennen gelernt, aber vielleicht auch erfahren, dass die Nähe zu Gott neue Hoffnung schenkt. Alle, die sich Gott nah erfahren, leben freudig und mutig, selbst in Zeiten schwerster Prüfungen. Ich weiß, wie viele Pfarrmitglieder gelitten haben und noch leiden, dass sie an Gottesdiensten nicht teilnehmen können und dass das Gemeindeleben gefühlt zum Erliegen gekommen ist. Ich weiß aber auch, dass das Gebet der Einzelnen den anderen geholfen hat und hilft. Wir sollen Gott dafür danken, dass die Praxis des stellvertretenden Gebets in dieser Krisenzeit neu entdeckt wurde. Ich freue mich, dass unser Patrozinium im Sommer gefeiert wird. So können wir gemeinsam mit den vielen Gästen den Herrn loben. Mit ihnen bilden wir eine erweiterte, betende Knud-Familie.
Allen Pfarrmitgliedern und den Urlauberinnen und Urlaubern wünsche ich ein gesegnetes Patronatsfest. Und ich bete zum Herrn - auf die Fürsprache des HI. Knud, dass wir zusammenwachsen und eine Kirche bilden, die gastfreundlich und missionarisch zugleich ist.

Mit Segenswünschen,
Germain Gouèn

Spendenkonto: BIC: GENODEM1, IBAN DEB0 4006 0265 0022 0097 00

Gemeinde Niebüll

Herzlich Willkommen in einer echten Diaspora. Der Anteil der Katholiken beträgt in der Gemeinde mit ca. 1.000 Personen rund 3% der hiesigen Bevölkerung.

Zur Geschichte der ehemaligen Pfarrei St. Gertrud, die zum 28.02.2021 mit der Pfarrei St. Christophorus, Sylt und der Pfarrei St. Knud, Husum zur neuen Pfarrei St. Knud errichtet wurde:

Die erste schriftliche Erwähnung, dass in dem Einzugsgebiet katholische Mitbürger gibt, stammt aus dem Jahre 1740. Im Landesarchiv zu Schleswig befindet sich ein Schriftstück aus der damaligen Zeit, in dem es heißt: „hier würden bis zu 3 Personen katholisch sein“. Die nächsten Angaben stammen dann erst aus dem Jahre 1922, als der Hindenburg – Damm nach Sylt gebaut wurde. Mit den auswärtigen Baufirmen kamen auch ca. 20 katholische Gläubige hierher. Sie bildeten die erste Gemeinde und wurden von Flensburg aus betreut. Die Gottesdienste wurden überwiegend in Klanxbüll abgehalten.

In den Zeiten des 2. Weltkrieges wurden die Messen in Niebüller Privatwohnungen gelesen. Durch die Flüchtlingswelle des Krieges und der damit verbundenen Vertreibung der Menschen aus dem Osten stieg die Anzahl der Gläubigen stark an. Im Jahre 1946 konnten die Gläubigen eine Baracke für den Gottesdienst erwerben, das Grundstück in der hiesigen Marktstraße.

Weil der Zuzug der Katholiken weiterhin anstieg, insbesondere durch die Verlegung eines Nato-Geschwaders nach Leck und dass die Baracke sehr reparaturbedürftig war, wurde der Bau dieser Kirche beschlossen. Im Jahre 1962 wurde ein Grundstück im Westersteig erworben, das sich neben dem Kirchengelände in der Marktstraße befand. Dort wurden das Pfarrhaus sowie ein Gemeinde- und Unterrichtsraum gebaut, ein Jahr später diese jetzige Kirche.

Die Kosten für den Bau in Höhe von rund 170.000 DM wurden überwiegend von der Kirchengemeinde getragen, geholfen haben dabei das Bonifatiuswerk und großzügige Spender. Durch Predigten in anderen Gemeinden konnte der damalige Pfarrer Franz Schäfers auf die Diaspora Situation aufmerksam machen. Durch die anschließenden Kollekten sammelte er beträchtliche Geldsummen, insbesondere auf Kreuzfahrtschiffen.

Im Jahre 1973 wurde der Seelsorge-Bezirk Niebüll zu einer eigenständigen Kirchengemeinde erklärt. Damit wurde die Betreuung durch die Pfarrgemeinde Flensburg beendet.

In Leck mit St. Josef, in Wyk auf Föhr mit St. Marien und in Norddorf auf Amrum mit St. Elisabeth befinden sich weitere sehenswerte Gotteshäuser, die zu unserer Pfarrgemeinde gehören.

Die Grenzen des Pfarrgebietes sind:
Im Westen: die Nordsee, einschließlich der Inseln Föhr und Amrum
Im Norden: die Landesgrenze zu Dänemark
Im Osten: die Grenze zwischen den Kreisen Nordfriesland und Flensburg-Land
Im Süden: die alte Grenze des ehemaligen Kreises Südtondern.

Chronist Schlensag, Niebüll