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Weltgebetstag am 5. März 2021

Angebote in Nordfriesland und online

„Worauf bauen wir?“: Weltgebetstag 2021 aus Vanuatu

In über 150 Ländern feiern Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche am Freitag, den 5. März 2021, ökumenische Gottesdienste zum Weltgebetstag. Gebete, Lieder und Texte haben Frauen aus dem pazifischen Vanuatu zusammengestellt.

Quer durch alle Zeitzonen läuft die weltumspannende Gebetskette - Reihen auch Sie sich ein und feiern Sie mit! 

Aufgrund der Corona-Pandemie finden keine Präsenzgottesdienste zum Weltgebetstag in Nordfriesland statt. Auf www.weltgebetstag.de haben Sie die Möglichkeit am Freitag, 5. März um 19 Uhr an einem Online-Gottesdienst aus der Kirche St. Martini-Kirche in Münster teilzunehmen.

Die folgenden Informationen und Impulse hat ein ökumenisches Team von Nordstrand entwickelt. Ähnliche Angebote gibt es auch in anderen Kirchen Nordfrieslands. 

Über folgenden Link kommen Sie zu einer Bildbetrachtung des Titelbildes auf hochdeutsch und plattdütsch zur pdf-Datei

Liebe Nordstranderinnen und Nordstrander,
liebe Christen in Nordfriesland,

unseren alljährlich ökumenisch gestalteten Weltgebetstags-Gottesdienst können wir leider nicht mit Euch persönlich feiern, aber dennoch teilen.

Wir, das sind die Frauen aus unseren drei Nordstrander Kirchengemeinden aus dem Vorbereitungsteam: Elke Frank, Sabine Knappe Gröger, Keike Lenz, Inke Bochen , Elke Hansen, Claudia Brauer und Johanna Homann.

Es ist schade, dass die Corona- Pandemie uns keinen Spielraum lässt: weder im Vorfeld zur Vorbereitung noch als Gestaltung zum Präsenzgottesdienst.

Aber dadurch fällt der Weltgebetstag natürlich nicht aus! Er ist nur anders als sonst.

Nun möchten wir Euch und Ihnen eben auf diesem Wege das Land Vanuatu sowie die damit verbundenen Themen und Texte nahebringen.

„WORAUF BAUEN WIR?“
Unter dieses Thema haben die Frauen aus Vanuatu diesen Weltgebetstag gestellt.

Werfen wir einen Blick auf das Land:

Vanuatu ist Inselstaat im pazifischen Ozean und besteht aus 83 Inseln, die zwischen Australien, Neuseeland und den Fidschi-Inseln liegen. Davon sind 67 mit 300.000 Menschen bewohnt sind. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der Einwohnerzahl von Augsburg.

Tatsächlich gibt es nur zwei große Städte; die Mehrheit der Menschen lebt in kleinsten Dörfern auf dem Land.

Früher, vor der 1980 erfolgten Unabhängigkeit von Frankreich und Großbritannien, hieß Vanuatu „Neue Hebriden“.

Es ist ein Südseeparadies mit traumhaften Stränden, Korallen, exotischen Fischen, tropischen Regenwäldern und Früchten im Überfluss.

Aber diese Inselgruppe ist durch ihre geographische Lage den Naturgewalten wie Zyklonen, Vulkanausbrüchen, Erdbeben und Tsunamis extrem ausgesetzt. Der durch den Klimawandel steigende Meeresspiegel bedroht die Inseln zusätzlich.

75% der Bevölkerung lebt auf dem Land mit geringen Beschäftigungsmöglichkeiten, weshalb die jungen Leute in Gebiete mit besseren wirtschaftlichen Bedingungen abwandern. Es gibt eine große Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen. Das macht sie perspektivlos und ist für das Land ein großes soziales Problem. Es bräuchte dringend politische Ideen und Entwicklungsprogramme, um die Situation zu verändern.

Frauenthemen in Vanuatu sind:
starre traditionelle Rollenverteilung; Gewalterfahrung in der Partnerschaft; keine gesellschaftlichen Mitspracherechte und Gleichberechtigung; familiäre, religiöse und kulturelle Unterordnung; Mangelernährung; Chancengleichheit; Armut; Schulbildung; Umweltverschmutzung

Trotz allem: unabhängig und glücklich stehen die Menschen fest in ihrem christlichen Glauben, der ihnen Vertrauen schenkt und das Fundament ihres Lebens bildet.

Was trägt unser Leben, wenn alles ins Wanken gerät?  Das fragen die Frauen aus Vanuatu, und sie laden uns dazu ein, unser Leben neu zu überdenken; an Althergebrachtem zu rütteln, uns zu vergewissern, ob unser Leben auf sicherem Grund steht.

Diese Einladung anzunehmen, fällt uns in diesen denkwürdigen Pandemiezeiten sicherlich nicht schwer. Wir sind gerade selbst aus den Verlässlichkeiten und Vertrautheiten unseres Lebens herausgerissen und auf der Suche nach festem Boden unter den Füßen.

 

Werfen wir einfach gemeinsam einen Blick auf den Text:

Die Frauen aus Vanuatu für den Weltgebetstag haben die letzten Verse der Bergpredigt aus Matthäus7, Vers 24-27, ausgewählt.

Es ist das Gleichnis vom Hausbau, und es handelt von dem klugen Menschen, der sein Haus auf felsigem Boden errichtet, damit es bei Wolkenbrüchen und Stürmen unbeschädigt bleibt. Und vom unklugen Menschen, der sein Haus auf sandigem Boden baut mit dem Ergebnis, dass es bei Unwettern durch Sturm und Regen zerstört wird.

Die gesamte Bergpredigt, die übrigens sehr spannend zu lesen ist (Matthäus, die Kapitel 5-7), setzt sich auseinander mit der Aufforderung Jesu, umzudenken. Neu zu denken, eine Haltung zu entwickeln, sie einzunehmen, sich selbst mit seinen Talenten einzubringen.

Klar und unangepasst stehen die Seligpreisungen am Beginn der Bergpredigt, und sie stellen alles bisher Gewesene auf den Kopf.

Jesus entstaubt das eingefahrene Gesetzesdenken und ermutigt, im Vertrauen auf Gottes Liebe, Vorschriften und Grenzziehungen zu hinterfragen.

Ein neues Wertesystem wird vorgestellt, quasi eine neue Gesellschaftsordnung propagiert, und in einer revolutionären Verhaltensregel zusammengefasst:

„Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst behandelt werden wollt“.

Es geht nicht nur ums Hören! ...…offen sein; aufnehmen; selbst den Mund halten; Antennen ausrichten; nichts bewerten; die eigenen Gedanken beiseiteschieben.

Es geht auch ums Handeln!.......in Bewegung kommen; zupacken; bewirken; Verantwortung übernehmen; in die Pötte kommen; wat torecht kregen.

Natürlich meinen unendlich viele Menschen zu wissen, wie- was- wann- wo- alles besser gemacht werden müsste. Aber niemand braucht diese elende Besserwisserei! Echt nicht.

Auch die Menschen in Vanuatu nicht.

Sie wissen selbst, was sie brauchen und wie sie behandelt werden wollen. Genauso wie wir wollen sie, dass ihre Wünsche, Lösungen und ihre Bräuche, ihre Sprache und ihre Kultur respektiert werden.

Dieser kurze Blick auf die Schwerpunkte der Bergpredigt war wichtig, um unseren Text zu verstehen: es sind gewaltige Bilder, die sich bei diesem Hausbau abzeichnen: ein Haus, das einstürzt. Ein verheerender Sturm. Ein reißender Fluss. Und dagegen stellt Jesus den mächtigen Felsen.

Gottes Wort. Seine Zusage. Sein Vertrauen.

Damit wir leben können und sicheren Stand haben. Wie ein Haus, das auf  Fels gebaut ist, dürfen unser Leben auf Gott bauen.

Felsengrund – das ist ein Wort, das in uns Sehnsucht weckt. Besonders in diesen Krisenzeiten, wo vieles plötzlich in Frage steht.

 

Es geht um Besser-handeln, nicht um Besser-wissen - als Kurzversion unseres Bibeltextes.

In der Gottesdienstordnung wird immer wieder auf das Thema der Umweltverschmutzung und die verheerenden Folgen für das Leben hingewiesen.

Im Bekenntnis kommt die Verpflichtung, unsere Schöpfung zu hüten und zu bewahren.

Ferner geht es in Vanuatu um Armut, die daraus resultierende Ungleichheit, auch in der Schulbildung, sowie Mangelernährung und Chancengleichheit.

 

Um all die Herausforderungen anzugehen, braucht es Geld.

In diesem Sinne möchten wir, auch wenn es keinen Präsenzgottesdienst in diesem Jahr gibt, auf die Kollekte hinweisen und sie von Euch und Ihnen erbitten.

In weltweit über 100 Projekte fließen unterstützend die Spendengelder des Weltgebetstages. Und natürlich auch nach Vanuatu! Diese Projekte stärken Frauen und Kinder, damit sie sich für ihre Rechte einsetzten können für ein selbstbestimmtes Leben.

Wir bedanken uns für die Unterstützung im vergangenen Jahr. Wir feierten den WGT 2020 für das Land Simbabwe und sammelten u.a. auch Unterschriften für das Projekt: „Gesundheit statt Schulden“, wobei dem Land die Schulden bei der Weltbank erlassen werden, wenn die Summe verpflichtend in Gesundheitsprojekte im eigenen Land fließt.

Trotz Corona sind allein in Deutschland 111.000 Unterschriften gesammelt worden.

 

Für dieses Jahr haben wir uns für das Einsammeln der Kollekte folgendes überlegt:

Es werden die hübschen Postkarten des Weltgebetstages, nett verpackt mit dem diesjährigen Segensband und einem Spendentütchen, zu Mitnehmen in unseren drei Kirchen ausliegen.

Überweisen: Bankverbindung: IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40; Ev. Bank EG Kassel;

Oder die Spende in das Tütchen hineinlegen und in den Kirchenbüros der Gemeinden abgeben. Oder nach den jeweiligen Gottesdiensten abgeben oder in die Briefkästen dort zu werfen.

Wir werden außerdem die drei Gemeinden zeitnah zum Weltgebetstag um eine kreative Sonderkollekte für die Projekte bitten. Vom Nommensenhaus aus wird der gesammelte Betrag dann an das WGT-Komitee überwiesen.

 

Vielen Dank im voraus :) an Alle

 

Nun wünschen wir alles Liebe und Gute, eine gesegnete Zeit, und bleibt gesund und behütet. Bis im nächsten Jahr!

Eure Weltgebetstags-Frauen von Nordstrand.

Ökumenisches Team 2019. Von links: Elke Hansen, Inke Bochen, Sabine Knappe-Gröger, Keike Lenz, Claudia Brauer, Elke Frank, Johanna Homann
© Juliette Pita
Schaukasten in Wyk / Föhr

Gemeinde Amrum-Föhr

Aus der Geschichte der ehemaligen Pfarrei St. Gertrud (aufgelöst zum 27.02.2021) räumlich bestehend aus dem ehemaligen Kreis Südtondern und den Inseln Amrum und Föhr:

Herzlich Willkommen in einer echten Diaspora. Der Anteil der Katholiken beträgt in der Pfarrgemeinde mit ca. 1.000 Personen rund 3% der hiesigen Bevölkerung.

Die erste schriftliche Erwähnung, dass in dem Einzugsgebiet katholische Mitbürger gibt, stammt aus dem Jahre 1740. Im Landesarchiv zu Schleswig befindet sich ein Schriftstück aus der damaligen Zeit, in dem es heißt: „hier würden bis zu 3 Personen katholisch sein“. Die nächsten Angaben stammen dann erst aus dem Jahre 1922, als der Hindenburg – Damm nach Sylt gebaut wurde. Mit den auswärtigen Baufirmen kamen auch ca. 20 katholische Gläubige hierher. Sie bildeten die erste Gemeinde und wurden von Flensburg aus betreut. Die Gottesdienste wurden überwiegend in Klanxbüll abgehalten.

In den Zeiten des 2. Weltkrieges wurden die Messen in Niebüller Privatwohnungen gelesen. Durch die Flüchtlingswelle des Krieges und der damit verbundenen Vertreibung der Menschen aus dem Osten stieg die Anzahl der Gläubigen stark an. Im Jahre 1946 konnten die Gläubigen eine Baracke für den Gottesdienst erwerben, das Grundstück in der hiesigen Marktstraße.

Weil der Zuzug der Katholiken weiterhin anstieg, insbesondere durch die Verlegung eines Nato-Geschwaders nach Leck und dass die Baracke sehr reparaturbedürftig war, wurde der Bau dieser Kirche beschlossen. Im Jahre 1962 wurde ein Grundstück im Westersteig erworben, das sich neben dem Kirchengelände in der Marktstraße befand. Dort wurden das Pfarrhaus sowie ein Gemeinde- und Unterrichtsraum gebaut, ein Jahr später diese jetzige Kirche.

Die Kosten für den Bau in Höhe von rund 170.000 DM wurden überwiegend von der Kirchengemeinde getragen, geholfen haben dabei das Bonifatiuswerk und großzügige Spender. Durch Predigten in anderen Gemeinden konnte der damalige Pfarrer Franz Schäfers auf die Diaspora Situation aufmerksam machen. Durch die anschließenden Kollekten sammelte er beträchtliche Geldsummen, insbesondere auf Kreuzfahrtschiffen.

Im Jahre 1973 wurde der Seelsorge-Bezirk Niebüll zu einer eigenständigen Kirchengemeinde erklärt. Damit wurde die Betreuung durch die Pfarrgemeinde Flensburg beendet.

In Leck mit St. Josef, in Wyk auf Föhr mit St. Marien und in Norddorf auf Amrum mit St. Elisabeth befinden sich weitere sehenswerte Gotteshäuser, die zu unserer Pfarrgemeinde gehören.

Die Grenzen des Pfarrgebietes sind:
Im Westen: die Nordsee, einschließlich der Inseln Föhr und Amrum
Im Norden: die Landesgrenze zu Dänemark
Im Osten: die Grenze zwischen den Kreisen Nordfriesland und Flensburg-Land
Im Süden: die alte Grenze des ehemaligen Kreises Südtondern.

Chronist Schlensag, Niebüll